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Schwurbel Revue 🙂

Hier einige Anregungen und Tipps zum Recherchieren.

Bücher
Arbeitsplatz, Geräte
Web-Browser
Suchen, Such-Muster/Operatoren
Archivieren

Ich unterscheide zwischen Recherchieren und Browsen/Surfen. Mit Recherchieren meine ich nicht simples Suchen, wie nach den Öffnungszeiten des Griechen, oder exploratives Browsen/Surfen durch Artikel auf einer Website oder durch die Posts eines Forums. Beides mache ich natürlich auch, bin mir aber immer bewusst mich in einer Info-Blase zu befinden und je nach Anonymität meiner Suchen meine Blase zu verstärken. Besonders augenfällig ist die ausgesprochen schnell reagierende Wirkung solcher Filter z.B. beim Browsen durch den Google News-Feed auf einem Android-Handy. Siehe Vieles kann man eben nicht “einfach so oder so sehen” – False Balance. Zum zielgerichteten Recherchieren nutze ich Bücher und Suchmaschinen in Web-Browsern.

Zusätzlich informiere mich über (internationale) Nachrichtensender, Talk-Shows, TV-Dokus, YouTube, und den Austausch per E-Mail, Chats und Telefonate mit Freunden. Als Nachrichtensender nutzte ich hauptsächlich Deutschlandfunk (ausgesprochen guter und häufig sehr kritischer Journalismus), ARD, ZDF, Phoenix, BBC, European Commission’s Audiovisual Service, CNN, Al Jazeera und Bloomberg. Auf Reisen schaue ich auch mal länger bei FOX rein um zu sehen was andersdenkende gerne so sehen – obwohl das meist schwer erträgliche, einseitige und abwegige Propaganda ist. Um zu sehen wie Propaganda welche sich den Anschein objektiver Berichterstattung zu geben versucht aktuell so betrieben wird schaue ich auch immer mal beim russischen Propagandasender RT rein. Ich habe Accounts in einigen sozialen Medien, nutze aber nur wenige Gruppen/Kanäle in Facebook, Reddit und Twitter. Zeitungsartikel (in der Süddeutschen und Zeit) und Berichte in Magazinen (Spiegel oder Focus) lese ich nur selten und immer nur digital.

Besonders gut finde ich die Audiothek App des Deuschlandfunks. Diese streamt auch die aktuelle DLF-Programme.

Neben dem Finden von Informationen kommt es sehr auf das Einordnen und Verstehen an. Wir Menschen haben eine sehr eingeschränkte Sensorik mit der wir nur einen kleinen Teil der Realität wahrnehmen. Welche Wirklichkeit wir aus dieser Wahrnehmung konstruieren ist wesentlich von unseren Erfahrungen, Vorurteilen und unserem Weltbild bestimmt. Ein prima Buch dazu: Hörensagen: Die Kunst der Wahrheitsfindung in einer faktenfeindlichen Welt.

Sehe auch Grundlagen zur Finanzgestaltung für den Ruhestand und Welt-System-Crash – Welcher kommt wann? Was tun?. Erschreckend finde ich, dass offenbar viele 15-jährige Schüler nicht einmal generell Fakten von Meinungen in Texten unterscheiden können.

Bücher

Heutzutage hat man sehr leicht und schnell Zugang zu Büchern. So lässt sich ein Kindle(*) EBook in ein paar Sekunden kaufen und über den Amazon Cloud-Reader sofort lesen. Zur Unterhaltung lese ich fast nur auf meinem Kindle. Sachbücher dagegen lese ich fast nie auf meinem Kindle. EInk-Reader bieten zwar eindeutig das beste Leseerlebnis, aber mit den Reader-Apps (Web, PC) lässt sich viel komfortabler in EBooks suchen, blättern und Texte nebeneinander stellen.

Auf andere Plattformen außer Amazon Kindle bieten sofortigen Zugriff auf EBooks und Reader-Apps, z.B. Tolino.

Arbeitsplatz, Geräte

Auf einem Handy oder Tablet kann man nicht ordentlich recherchieren. Zum Recherchieren braucht man Überblick über größere Textpassagen, muss komfortabel suchen und hin und her springen können und man muss Texte nebeneinander legen können. Dazu braucht man einen ausreichend großen Monitor, am besten mehrere Monitore. Mit mehreren Monitoren kann man auch schön Links aus einem Browser-Fenster auf einen anderen Monitor ziehen. Die Dauernutzung von Trackpads und Tastaturen an Notebooks ist unkomfortabel und führt zu physischen Schäden man braucht unbedingt einen externe Tastatur und Maus, siehe Gute Elektronik und Zubehör.

Hier mein aktueller Arbeitsplatz in Deutschland, siehe Zeugs fürs Nest.

Hier mein aktueller Arbeitsplatz in Deutschland. Die gesamte Hardware lässt sich wahlweise von meinem alten Desktop treiben oder (auf Reisen) von meinem Thinkpad 2-in-1 Notebook.Im Handyständer steht mein Kindle weil ich das Foto mit dem Handy machte. Rechts hinten steht mein Thinkpad hochkant in seinem Ständer. Besonders wichtig sind mir mindestens 2 Monitore – davon einer Hochkant zum Lesen.

Zu Home-Office-Zeiten wäre mir dieser Schreibtisch zu klein gewesen dazu bevorzugte ich 2×1 m. Jetzt im Ruhestand ist die Größe gerade richtig – auch aus gesundheitlichen Gründen, weil er zum Aufstehen motiviert um z.B. mal einen Ordner zu wälzen.

Web-Browser

Ich bevorzuge generell Firefox auf Windows als Browser. Damit Windows nicht doch manchmal den Edge-Browser dazwischenfummelt verwende ich EdgeDeflector.

Das folgende Bild zeigt einige meiner Anpassungen in Firefox:

Anpassungen meines Firefox-Browsers mit HTML-Seite im Lesemodus
  • Search-Box in Ergänzung zur standardmäßigen OneBox.
    Durch Eingaben in der OneBox kann man zwar auch suchen, aber mit der Auswahl eines Ergebnisses gehen die Suchbegriffe verloren. Sucht man dagegen mit Eingaben in der SuchBox dann bleiben die Suchbegriffe stehen und man kann diese leicht ändern oder mit den selben Begriffen in anderen Suchmaschinen suchen indem man einfach auf das Icon einer anderen Suchmaschine, z.B. Brave, klickt.
  • Mozilla Pocket speichert Kopien von Artikeln. Mit Add to Pocket kann man Kopien interessierender Artikel speichern und dabei mit einem Tag versehen. Mit Schow Pocket List kann man nach den gespeicherten Artikeln suchen und deren Kopie oder Orignal anzeigen. Den Button “Show Pocket List” habe ich mit dem FF Add-On View Pocket List erzeugt, weil diese Funktion im aktuellen FF fehlt.
  • Ich finde Zoom-Icons in der Toolbar praktisch. Klar kann man wie überall auch mit CRTL+/- zoomen, aber mit einem Click auf den Prozentwert zoomt man schnell wieder auf 100%,
  • Die Reading View erleichtert das Lesen längerer Texte durch Ausblenden von überflüssigem und fürs Lesen angenehme Farben.
  • Drag-Space. Die standardmäßig vorhandenen Drag-Spaces nutze ich zum Verschieben des Browser-Fensters auf einen anderen Monitor. Die Title-Bar kostet mir dafür zu viel Platz und die praktische dünne drag-space Area früherer Firefox-Versionen funktioniert im aktuellen FF nicht mehr.
  • Verbesserter Schutz vor Aktivitätsverfolgung” auf „Streng“
  • Für das Suchen auf der aktuellen Website habe ich ein Icon in der Toolbar oder verwende CTRl+F.

Neben dem in D meist genutzten Google gibt es viele alternative Suchmaschinen wie Bing, Ecosia, DuckDuckGo, Startpage, Yahoo, Swisscows, Searx, Youtube, Wikipedia (EN), Wikipedia (DE), Yandex, Baidu, WoframAlpha, Amazon, Quant und MetaGer. Interessante neue Suchmaschinen sind Brave Sarche und Neeva. Die meisten Suchmaschinen bilden keinen eigenen Index sondern greifen auf den von Google oder/und Bing zurück, umgehen aber deren Priorisierungen der Suchergebnisse und deren Datensammelei.

Wenn man auf die Website einer neuen Suchmaschine browst dann zeigt die Search-Box ein + an mit welchem man diese Suchmaschine leicht zur Liste der angebotenen hinzufügen kann. Aktuell habe ich folgende Suchmaschinen konfiguriert:

Gute Suchmaschinen für soziale Medien sind mir nicht bekannt. Für Hinweise dazu wäre ich dankbar.

Mir wichtige Browser Add-Ons sind:

  • uBlock Origin
    Ich nicht prinzipiell gegen Werbung mit der Leute Ihre Websites finanzieren. Leider wir das aber von den Werbetreibenden auf das wiederlichste missbraucht, weshalb ich Werbung möglichst komplett blocke und nur auf einigen wenigen Seiten zulassen.
  • I don’t care about cookies
    Das schützt nicht vor Cookies. Vermeidet aber die lästige Zustimmerei.
    Also das u.g. Tracking Protection “Strict” erwägen.
  • 1Password
    Ohne Password-Manager ist es unmöglich gute Passwörter für wichtige Websites zu haben. Siehe auch Datenschutz (Ende-zu-Ende Verschlüsselung.
  • SingleFile
    SingleFile speichert eine komplette Seite mit Bildern als eine einzige HTML-Datei. Diese kann man dann nach Belieben ablegen oder Teilen.

Für mehr Kontrolle über unsere Daten gibt es u.a. folgende Möglichkeiten, siehe auch c’t 14/2021, S. 22: Einfach nur surfen – Surfen ohne Cookies, Tracking und Reklame.

  • Firefox Enhanced Tracking Protection auf “Strict” setzen.
    Damit funktionieren aber einige Features mancher Websites nicht, z.B. werden die Bilder zu Amazon-Links in diesem Blog nicht angzeigt. In meiner Erfahrung kann man aber gut mit diesen Einschränkungen leben.
  • Browser Add-On DuckDuckGo Privacy Essentials
  • Firefox Add-On Multi-Account Containers
    Erlaubt Websites in Cookie-Containeren wie Privat, Arbeit, Banking laufen zu lassen. Das Einrichten dieses Add-Ons benötigt etwas Aufwand.
    [Mit diesem Add-On bin ich selber noch am experimentieren]
  • FireFox Add-On Temporary Containers
    Wegwerf-Cookies für Websites die keinem der o.g. Container zugeordnet wurden.

Google möchte zukünftig personenspezifische Cookies durch eine angeblich anonyme Lösung mittels Federeated Learning of Cohorts ersetzen. Damit liefert der Browser die Werbung und nicht mehr die Website. Diese Lösung wird von der Werbewirtschaft und Site-Betreibern kontrovers diskutiert. Setzt sie sich durch dann brauchen wir uns nicht mehr mit Cookies zu beschäftigen.

Ich nutze Firefox auch auf meinen Android Handys. Leider lässt sich Firefox unter Android zwar als Standard-Browser konfigurieren, aber nicht als Ersatz für Googel WebView – Links aus dem Google Feed landen also erst mal in WebView und dort kann man dann “View in Firefox “wählen. Firefox bietet die Möglichkeit Browser-Tabs zwischen Geräten hin und her zu schicken. Damit lässt sich z.B. eine auf dem Handy gefundenen Website auf dem PC weiterlesen. Die Übergabe solcher Tabs funktioniert blitzschnell.

Hat man unübersichtlich viele Windows gleichzeitig geöffnet kann man alle bis das das fokussierte mittels Aero shake ausblenden (und wieder einblenden). Dazu einfach die Titelleiste mit der Maus packen und schütteln.

Zensurfreie DNS Server finden sich z.B. hier:
https://digitalcourage.de/support/zensurfreier-dns-server

Suchen, Such-Muster/-Operatoren

Zum Suchen sind Suchmuster/Suchoperatoren extrem hilfreich, siehe.
Google refine web searches
Insightful tips to help you use Google Search the right way!
Google Search Operators: The Complete List (42 Advanced Operators)

Jeder solle zumindest folgende Suchmuster kennen und verwenden:

  • Suche nach exaktem Text mit : “”
    z.B. “nach Hause marschieren”
  • Ausschließen von Begriffen mit: –
    z.B. deutsche filme -youtube
  • Wildcards: *
    z.B. Avengers * of *
  • Suche inkl. Synonyme: ~
    z.B. folgen von ~saufen
  • Nur auf bestimmter Website suchen mit: site:
    z.B. site:finanzwesir.com ETF

Es kann hilfreich sein die Sprache der Suchergebnisse zu erweitern. Ich suche meist in Englisch und Deutsch.

Manche Suchmaschinen haben eine erweiterte Suchseite, z.B. Google Advanced Search

Übrigens gibt es auch erweiterte Suchfunktionen und Suchmuster für Outlook und den Windows File Explorer.

Falls man über Google gesucht hat kann man seine früheren Aktivitäten mittels Google My Activity durchforsten.

Mit der Bilder-Suche von Suchmaschinen z.B. Google Images lässt sich das Internet leicht nach ähnlichen Bilder durchsuchen.

In der Historie des Browsers kann man nach früheren Recherchen suchen.

Mit der Wayback Machine lassen sich alte Versionen von Websites anzeigen und so Änderungen vergleichen. Mit web.archive.org/save kann man sogar einen Snapshot einer Website anstoßen.

Archivieren

Texte und Textausschnitte lassen sich gut in OneNote speichern. Dabei sehr hiflreich, dass beim reinkopieren automatisch ein Link zur Quellseite mitgespeichert wird.

Websites und Artikel lassen sich mit Firefox Pocket, SingleFile und Adobe Convert to PDF archivieren.

Rein hierarchisches Gruppieren von Infos (z.B. in Ordnern im Dateisystem oder E-Mail Client) behindert die Kreativität und schränkt den Informationswert ein. Besser ist es Tags zu verwenden und komplexes Suchen zu lernen. Tags werden u.a. unterstützt von GMail (labels), Pocket (tags), Firefox Bookmarks (tags), Apple Mail (flags), Outlook Mail (categories).

Auch das häufig empfohlene Aufräumen des Posteingangs in Unterordner halte ich überflüssig – ja kontraproduktiv. In meinem Posteingang sind aktuell 64.000 E-Mails und das bereitet keinerlei Probleme – es ist im Gegenteil ein Informationsschatz in welchem man bequem suchen kann. Siehe auch How to Tag Your Emails For Maximum Searchability. Ich habe aber kaum Ungelesenes im Posteingang und Uninteressantes lösche ich sofort. Viele versuchen sich durch Organisieren und Sortieren vor der eigentlichen Arbeit zu drücken. So fasse ich auch meine meiste Briefpost nur einmal an: Hole sie aus dem Briefkasten und mache jede Sendung sofort auf oder schmeiße sie weg. Was sehr wichtig ist oder sehr schnell zu erledigen bearbeite ich sofort, z.B. eine kurze Antwortmitteilung schreiben, eine Kopie für die Steuern Scannen. Was Zeit hat oder aufwändig ist kommt in meinen Eingangskorb. Damit entstehen bei mir nie hohe Stapel mit unbearbeitetem Zeug wie ich sie häufig bei andern sehe.

Zum Sortieren von Gedanken ist ein Whiteboard hilfreich, siehe Zugs fürs Nest.

Zum Veranschaulichen von Zusammenhängen sind Mindmaps hilfreich, siehe Mindmeister. Diese sollten nicht zu aufgeräumt sein (gerade Linien und so) weil das kreative Bereiche unseres Gehirns ausschließt.

Zum entdecken von Radiosendern Weltweit ist Radiogarden interessant.

Radiogarden – Explore live radio by rotating the globe

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