Infos und Anregungen zu "Im Ruhestand die Welt bereisen"

Monat: Juni 2021 (Seite 1 von 2)

No-Covid ist immer noch die beste Strategie

Die Kollateralschäden (Wirtschaft, Auswirkungen auf Kinder, …) von Anti-Covid Maßnahmen sind extrem und wir kennen die Langzeitfolgen noch lange nicht.

Ich glaube gerade die Versuche durch Laissze Faire bestimmte Schäden zu vermeiden führen am Ende zu nicht nötigen höheren Schäden. Die Maßnahmen müssen ausgewogen sein. Schaut euch dazu nochmal die No-Covid Stategie an:
IFO Institut: Eine neue proaktive Zielsetzung für Deutschland zur Bekämpfung von SARS-CoV-2, 2. Teil: Handlungsoptionen.Mir kommt diese sehr plausibel vor und ausgewogen vor.
„…
Bis zum wirtschaftlichen Optimum gibt es keinen Zielkonflikt. Einschränkungen, die zu die-sem Optimum führen, liegen langfristig in beiderseitigem Interesse von Gesundheitsschutz und Wirt-schaft. Wenn die Einschränkungen jedoch sehr weitreichend sind und zu lange anhalten, kann dies zu sehr hohen Kosten der Wirtschaft führen: in diesem Fall werden zwar weiter Menschenleben gerettet, aber eben nur auf Kosten der Wirtschaft mit entsprechend negativen Folgen auch für die Bürger (Abb. 6).
…“

Zielkonflikt Gesundheit und Wirtschaft

Erfahrungen von einem Land auf ein anderes zu übertragen ist schwierig. Da kommt es auf viele Aspekte an (Phase der Infektion in welcher die Maßnahmen getroffen wurden, Klima, Grad der Befolgung von Maßnahmen durch die Bürger, politisches System (Bsp. China), Leistungsfähigkeit des Sozialsystems / Gesundheitssystems / der Wirtschaft). Damit kann man für Länder wie Argentinien oder Indien beim Abwägen von Maßnahmen zu ganz anderen Schlüssen kommen als für Deutschland.

Verhaltens-Mechanismen von Anlegern (Behavorial Finance)

Aus der Forschung zur Behavorial Finance sind folgende für die Finanzgestaltung problematische (unbewusste) Verhaltensmechanismen bekannt. Behavorial Finance forscht zu verhaltenstheoretisch fundierten Erklärungen des Geschehens an den Finanzmärkten.

[Quelle: Deutschlandreform – Viele der Meinungen dort teile ich ausdrücklich nicht!]

1:n-Heuristik: Vor die Wahl gestellt, ihr Geld zwischen verschiedenen Investments aufzuteilen, neigen Anleger dazu, im Zweifelsfall das Kapital gleichmäßig auf alle vorhandenen Anlagen zu verteilen. Das muss nicht zwangsläufig die beste Lösung sein, aber dieses Vorgehen ist übersichtlich und schafft ein Gefühl der Sicherheit durch vermeintlich ausgewogene Risikostreuung.

Angst vor Verlusten: Anleger hassen Verluste mehr, als sie Gewinne lieben. Dies bedeutet, dass Gewinne, die mit der gleichen Wahrscheinlichkeit eintreten können wie Verluste, nicht ausreichen, um die potentiellen Verluste zu kompensieren. Damit das Geschäft für den Anleger attraktiv erscheint, muss die vermutete Gewinnchance etwa doppelt so hoch sein wie das wahrgenommene Verlustrisiko.

Confirmation Bias: Anleger haben oft eine vorgefasste Meinung zu einem Wert. Positive Meldungen zu diesem Wert werden als Bestätigung gewertet, negative Meldungen jedoch ignoriert, da sie nicht in das vorhandene Bild passen und eine Korrektur der Sichtweise schwer fällt.

Dispositionseffekt: Anleger neigen dazu, Verliereraktien zu lange zu halten bzw. Gewinneraktien zu früh zu verkaufen. Sie scheuen den Verkauf von Investments wenn dies einen Verlust bedeuten würde. Allerdings wäre es unter Umständen besser, sich von dem schlechten Investment mit Verlust zu trennen. Zum einen können so weitere Verluste vermieden werden und zweitens steht das Kapital dann wieder für –gewinnbringende- Anlagezwecke zur Verfügung.

Endowment Effect: Dinge, die sich im Besitz einer Person befinden, werden von dieser als wertvoller eingeschätzt als Dinge, die sich nicht in ihrem Besitz befinden. Auf den Finanzmarkt übertragen kann dies bedeuten, dass ein Anleger mit einem überzogenen Verkaufspreis an den Markt geht und in der Folge keinen Käufer findet, der bereit wäre diesen Preis zu zahlen. (Das Phänomen der überzogenen Einschätzung des Verkaufswertes lässt sich besonders gut bei Immobilienbesitzern beobachten.)

Home Bias: Da Informationen über Wertpapiere des Heimatmarktes leichter verfügbar sind, bevorzugen Anleger heimische Investments und scheuen internationale Werte. Die Folge ist eine per Definition zu geringe Diversifizierung.

Kontrollillusion: Anleger unterliegen dem Irrglauben vollkommen zufällige Ereignisse beeinflussen zu können.

Repräsentativitätsheuristik: Je repräsentativer ein Objekt oder ein Ereignis für eine bestimmte Gruppe ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zu dieser Gruppe gehört. Allerdings muss dies nicht zwangsläufig der Fall sein. Ausdruck dieses Denkens ist die Suche und das vermeintliche Erkennen von „Mustern“. Oft wird eine Folge zufälliger Ereignisse nachträglich als „systematisch“ erkannt. Die gesamte sogenannte technische Analyse beruht auf dieser verzerrten Wahrnehmung zufälliger Ereignisse.

Rückschaufehler: Die Kenntnis des Ausgangs einer Entwicklung erschwert es dem Anleger, die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses im Nachhinein objektiv zu beurteilen; Anleger glauben später irrtümlich selbst, dass sie die zukünftige Entwicklung korrekt vorausgesehen haben.

Spielerirrtum: Wenn ein Fonds einige Jahre hintereinander den Gesamtmarkt schlägt, glaubt der Anleger einen Fonds mit einem besonders gutem Vermögensverwalter gewählt zu haben. Der Anleger hält die wenigen Jahre, die er den Fonds beobachtet, für repräsentativ. Dabei entgeht ihm, dass dieses Ergebnis wahrscheinlich nur zufällig zustande gekommen ist. Tatsächlich ist es so, dass kurzfristig besonders erfolgreiche Fonds nach einer Zeit der überragenden Entwicklung fast immer auf ein Durchschnittsergebnis zurückfallen. [1]

Status-Quo-Fehler: Veränderungen und weitreichende Entscheidungen werden nach Möglichkeit vermieden. Beispiel: Der Markt für Altersvorsorgeprodukte ist unübersichtlich. Anstatt die Angebote jedoch systematisch nach klar definierten Kriterien zu selektieren, kapituliert die Mehrheit vor der Entscheidung und macht gar nichts.

Überoptimismus: Anleger halten sich für begabte Investoren und glauben, dass sie in der Lage sind in der Masse der Investments Anlagewerte mit überdurchschnittlichem Potential zu identifizieren. Einfacher Grund: Die Mehrheit der Menschen schätzt ihre Fähigkeiten als überdurchschnittlich ein. Siehe auch: Dunning-Kruger-Effekt. [2]

Verankerungsheuristik: Bei der Bewertung von Investments orientieren sich Anleger an Vorgaben von außen, auch wenn diese in keinem Zusammenhang mit dem Wert stehen. Der erste Wert, der mit dem Investment in Zusammenhang gebracht wird, bestimmt das Urteil. Vor allem der Einstandspreis dient bei Anlegern oft als Anker. Dies hat zur Folge, dass es Anlegern schwerfällt den Wert des Investments objektiv einzuschätzen.

Verfügbarkeitsheuristik: Die Basis einer Entscheidung sind primär Informationen die leicht verfügbar sind. Dies beschränkt sich nicht selten auf den Erfahrungsschatz des einzelnen Anlegers und ist damit in keiner Weise repräsentativ.

Zeitinkonsistenz: Zeitpräferenzen sind nicht konstant, sondern hängen vom jeweiligen Zeithorizont ab. Gegenwärtige Belohnungen werden höher bewertet als zukünftige Belohnungen –auch wenn die absolute Höhe der Belohnungen identisch ist. Sparer wissen, dass sie langfristig für das Alter vorsorgen sollten. Es siegt jedoch meist die unmittelbare Befriedigung der Konsumbedürfnisse über die Bedürfnisse der scheinbar fernen Zukunft.

5. Internationale Aspekte zur Finanzgestaltung im Ruhestand

[Artikel ist in Arbeit]

Ob jemand in Deutschland der Einkommensteuer unterliegt und damit als natürliche Person grundsätzlich einkommensteuerpflichtig ist, richtet sich danach, wo die Person wohnt und welche Einkünfte sie erzielt. Es wird unterschieden in:

  • Unbeschränkte Steuerpflicht
  • Beschränkte Steuerpflicht
  • Erweiterte beschränkte Steuerpflicht
  • Nicht steuerpflichtig

Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Beschränkt steuerpflichtig ist man, wenn man weder einen Wohnsitz in D hat noch sich länger als 183T im J in Deutschland aufhält, siehe Lange Auslandsaufenthalte 2. Staatsbürgerschaft, Melderecht, Adressen.

Die Erweiterte beschränkte Steuerpflicht (Wegzugsbesteuerung) erweitert die Steuerpflicht bei Personen für einen Zeitraum bis zu zehn Jahren, die ihren Wohnsitz in ein Niedrigsteuerland verlegen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Der Wohnsitz wird in ein Niedrigsteuerland verlagert.
  • Der Steuerpflichtige war in den letzten zehn Jahren vor dem Wegzug mindestens fünf Jahre unbeschränkt steuerpflichtig.
  • Der Steuerpflichtige hat weiterhin wesentliche wirtschaftliche Interessen im Inland – dazu kann vielleicht schon ein deutsches Bankkonto ausreichen, siehe Kontenmodell (für lange Auslandsaufenthalte – Auswanderer).

Die Erbschaftsteuerpflicht wirkt als erweiterte unbeschränkte Steuerpflicht bei deutschen Staatsangehörigen noch fünf Jahre nach ihrem Wegzug aus Deutschland nach.

Für weitere Infos zur internationalen Steuerpflicht siehe:
– Wirelesslife: Alles über Steuern für digitale Nomaden, Online Unternehmer und Freelancer
– Staatenlos: Irrtümer der Steuerpflicht in Deutschland

Mit Auslandsdepots lassen sich Steuern kaum vermeiden aber ins Folgejahr verschieben, siehe Zehn Gründe für ein Auslandsdepot … (und fünf dagegen).

Steuerflucht?

Wenn das Einkommen im Ruhestand hauptsächlich aus Kapitalerträgen und Mieteinnahmen besteht und man die Steuern in D darauf für ungerecht hält, ist ein Beratung durch einen einschlägig qualifizierten Steuerberater erwägenswert um ggf. durch Internationalisierung seine Steuerpflicht in D zu vermeiden.

Viele Infos und Ansichten dazu (die ich weitgehend nicht teile) finden sich hier:
https://www.staatenlos.ch
https://goodbyematrix.com
https://nomadcapitalist.com

Auch zum Aufnehmen weiterer Staatsbürgerschaften (die kann sogar mittels Investitionen kaufen) habe ich nicht recherchiert:
International Tax Competitiveness Index
Index of Economic Freedom
Statistiken zu den mächtigsten Staaten der Welt

Übrigens; Die Steuer auf Renten ist in D gar nicht sooo hoch!

Als Renter unbeschränkte Steuerpflicht beantragen?

Die beschränkte Steuerpflicht kann zu höheren Steuern führen, weil bestimmte Freibeträge (z.B. 8T€ Grundfreibetrag) nicht angerechnet werden. Man kann aber beim FA einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht stellen was häufig zu geringeren Steuern führt, weil damit man diese Freibeträge wieder angerechnet werden. Voraussetzung für den Antrag ist aber, dass die Welteinkünfte zu mindestens 90 Prozent der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder die ausländischen Einkünfte nicht über dem Grundfreibetrag liegen. Für diese Beantragung ist eine Einkommensbescheinigung der ausländischen Steuerbehörde nötig. Wenn diese Bescheinigung nicht zu bekommen ist (wohl z.B. in TH so) scheint das FA ausnahmsweise eigene Angaben zum Einkommen zu akzeptieren.

Wer als Auswanderer sein Einkommen im Ruhestand hauptsächlich aus Renten besteht sollte prüfen , ob sich die Beantragung der unbeschränkten Steuerpflicht lohnt. Siehe Zentrales Finanzamt für Rentenempfänger mit Wohnsitz im Ausland: Beschränkte oder unbeschränkte Steuerpflicht.

Keine Steuern auf Rente in Thailand

Weil Thailand die Steuer auf DRV-Renten seit Jahren und auch aktuell nicht eintreibt lassen sich die Lebensumstände so gestalten, dass man weder in TH noch in D Steuern auf die DRV-Rente zahlt, siehe Null Steuer auf Rente in Thailand.

Bankkonten

Für Aspekte zu deutschen Konten, speziell für Auswanderer und Ausländer siehe Kontenmodell (für lange Auslandsaufenthalte) – Auswanderer.

Kapitalerträge für Steuerausländer

Auf ausländische Kapitalerträge (Zinsen) fallen genauso Steuern in D an wie auf deutsche. Bei einem Konto im Ausland ist der Anleger verpflichtet die ausländischen Erträge in seiner Steuererklärung anzugeben.

Von einem Konto bei einer inländischen Bank führt diese die Abgeltungssteuer automatisch an das FA ab.

  • Steuerausländer (beschränkt in D Steuerpflichtige) können bei ihrer Bank einen Antrag auf Abstandnahme vom Kapitalsteuerabzug stellen. Dabei ist eine Abmeldebescheinigung aus D und eine Wohnsitzbescheinigung aus dem Ausland vorzulegen.
  • Steuerausländer können nachträglich eine Teilerstattung der Abgeltungssteuer beantragen, beim deutschen Bundeszentralamt für Steuern. Dabei wird die Differenz zwischen der Abgeltungssteuer von 25% und der nach dem geltenden DBA maximal zulässigen Quellensteuer erstattet. Nach den meisten Doppelbesteuerungsabkommen darf der Quellenstaat (Land, in dem die Kapitalerträge erzielt werden) auf Dividenden nur 15% auf Zinsen nur 10 % Quellensteuer einbehalten.

Zur Besteuerung von Investments für Steuerausländer ist zu unterscheiden zwischen Investments in Fonds (auf Aktien, Anleihen oder Immobilien) und Direktanlagen (in Aktien oder Unternehmensanteile).

  • Fonds
    Mit der Investmentsteuerform von 2018 werden bestimmte Einkünfte mit Inlandsbezug bereits auf Fondsebene besteuert. Ausschüttungen und zugerechnete Thesaurierungsbeträge auf Fonds braucht der Anleger selber in D nicht zu versteuern. Als Steuerausländer trägt man also nur indirekt die renditeschmälernde Steuerbelastung welche automatisch auf Fondsebene stattfindet.
    Die deutsche Nichtbesteuerung der Ausschüttungen gilt unabhängig davon, welche Vermögensgegenstände der Fonds hält und in welchen Staat der Anleger ansässig ist und ob mit diesem Staat ein Doppelbesteuerungs- abkommen (DBA) besteht.
  • Direktanlage in Aktien oder Unternehmensanteile
    Hier ist der Steuerausländer selbst ggf. im Inland beschränkt steuerpflichtig – je nach Qualifizierung der Einnahmen mit Inlandsbezug, die er unmittelbar erzielt. Ob und inwieweit Deutschland von einem etwaigen Besteuerungsrecht Gebrauch macht hängt davon ab, in welchem Staat der Anleger ansässig ist und ob aufgrund von EU-Vorschriften oder DBA ein deutsches Besteuerungsrecht eingeschränkt ist.

Für Details siehe:

Zu Besteuerung von Steuerausländers:
InvStG 2018 – Besteuerung des Steuerausländers bei Investments in Fonds mit deutschen Aktien, Immobilien etc.
Zur Investmentsteuerform allgemein:
Besteuerung von Investmentfonds: Neuregelungen durch die Investmentsteuerreform 2018
So funktioniert die Steuer auf Aktienfonds und ETFs seit 2018

Besteuerung von Einzelwerten vs. Fonds für Steuerausländer

Im Kontext dieses Blogs „Weltweit im Ruhestand“ sind die Unterschiede in der Besteuerung von Investments für Steuerausländer (beschränkt in D Steuerpflichtige) zwischen Investments in Fonds (auf Aktien, Anleihen oder Immobilien) und Direktanlagen (in Aktien oder Unternehmensanteile) interessant, siehe InvStG 2018 – Besteuerung des Steuerausländers bei Investments in Fonds mit deutschen Aktien, Immobilien etc. Hier sind Fonds im Vorteil oder zumindest einfacher zu managen. Man kann als Steuerausländer deutsche Aktien und Beteiligungen der Einfachheit halber generell meiden.
„Die Fondsanlage ist bei Beteiligungen an inländischen Kapitalgesellschaften (Aktien, GmbH-Anteile) insbesondere attraktiv, wenn der Investor in einem Nicht-DBA-Staat ansässig ist oder z.B. aufgrund von Missbrauchsvorschriften, Abkommensvergünstigungen oder die Quellensteuerreduktionsmöglichkeiten der EU-Mutter-Tochter Richtlinie nicht in Anspruch nehmen kann. Auch die Inbound-Investition durch ausländische natürliche Personen in inländische gewerbliche Personengesellschaften (z.B. im Erneuerbare Energien Sektor) oder inländische Immobilien ist über Investmentfonds grundsätzlich vorteilhaft“.

Man darf jedoch nie vergessen, dass sich das Steuerrecht jederzeit ändern kann.

Auslandsimmobilien

Auch bei Auslandsimmobilien scheint mir die Entscheidung Mieten oder Kaufen eher eine Lifestyle-Entscheidung zu sein, was völlig in Ordnung ist. Ich persönlich bevorzuge es mit max. 1 Mon Verlust an Mietzahlungen umziehen zu können, wenn Nachbarn zuziehen, die laut sind, ihren Müll im Garten verbrennen, ihre Hunde nicht im Griff habe, sich einen lauten Gockel zulegen etc. oder wenn eine laute Bar in der Gegend aufmacht oder die Umweltverschmutzung störend wird.

Investieren in Auslandsimmobilien kann einerseits vorteilhaft sein für mehr Sicherheit durch internationale Diversifikation, andererseits herrscht nicht überall dieselbe Rechtssicherheit wie in D. Es wird von Fällen z.B. in Thailand berichtet in denen Ausländer zumindest Schwierigkeiten haben legal in Condos investiertes Geld nach deren Verkauf wieder aus Thailand auszuführen. In vielen Ländern ist die Bargeldverfolgung nicht so lasch wie in D – welches dafür bei der organisierten Kriminalität beliebt ist.

Auch bei Auslandsimmobilien scheint mir die Entscheidung Mieten oder Kaufen eher auf einer Grundhaltung zu beruhen als auf kühler finanzieller Abwägung.

Beziehung mit einem ausländischen Partner

Im Kontext „Weltweit …“ ist die Konstellation einer Beziehung mit einem ausländischen Partner zu bedenken. Es gibt häufig Beziehungen mit großem Altersunterschied oder solche die aus Sicht des ausländischen Partners besonders unter dem Aspekt der finanziellen Versorgung interessant sind. Ich will solche Beziehungen nicht abwerten: Sie können eine glückliche Win-Win-Konstellation für beide Partner, Familien und Länder sein. Hier sollte aber jeder vorsichtig sein – nicht nur sogenannte Liebeskasper. Liquides Vermögen oder Immobilienbesitz ist leicht vollständig verloren, Renten nicht. Es empfiehlt sich, nicht sein komplettes Vermögen offen zu legen – nicht zuletzt, um übereifrige Begehrlichkeiten von Familienmitgliedern oder Bekannten zu vermeiden. In D sollte man einen Ehevertrag haben. Bei internationalen Beziehungen sind weitergehende Absicherungen empfehlenswert. Als Ausländer hat man häufig nicht dieselben Rechte wie Inländer (selbst wenn man eingeheiratet ist) und im Ausland gibt es häufig keine mit D vergleichbare Rechtssicherheit.

Persönlich habe ich nur Erfahrung mit etwas Unterstützung der Familie meines langjährigen Reiseführers in Myanmar – schon da finde ich es schwer zu beurteilen was angemessen ist.

Travel Currencies Währungsrechner (Excel)

[Artikel ist in Arbeit]

Ich hatte mich so sehr über die schlechte Bedienbarkeit von WährungsrechnerApps geärgert, dass ich einen eigenen schrieb – für das mittlerweile leider eingestellte Windows-Phone, siehe Meine “Travel Currencies” App. Mittlerweile gibt es z.B. die gut bedienbare CoinCalc App für Android, insbesondere das zugehörige Multi-Widget. Damit sieht man mehrere Währungen gleichzeitig und kann ohne Umständlichkeiten bei jeder Währung direkt einen Betrag eingeben der sofort in alle anderen Währungen umgerechnet wird.

CoinCalc Multi-Widget

Für die mir fehlenden Funktionen habe ich folgendes Excel-Arbeitsblatt erstellt.
Features:

  • Kommissionen und Gebühren berücksichtigen
  • Spickzettel mit Wechselkursen für typische Denominationen drucken.
    In Visitenkartengröße für Geldbeutel.
  • Halbwegs aktuelle Wechselkurs via Excel Stocks Datatype

Dieses Arbeitsblatt braucht Makros für seine Funktionalität.

Vorsicht! Experimentelle Version.

Vieles kann man eben nicht „einfach so oder so sehen“ – False Balance

Die generelle Haltung „das kann man so oder so sehen“ teile ich grundsätzlich nicht. Sie führt in eine Situation in welcher angeblich alles relativ ist und rationale, kontrovers diskutierte Abwägungen durch Propaganda und Spektakelpolitik ersetzt werden. Das endet in faschistischen Diktaturen, ob links oder rechts – jedenfalls aber nicht in Freiheit.

In letzter Zeit hatte ich einige Diskussionen zu Meldungen und Meinungen in öffentlich-(rechtlichen) Medien vs. sozialen Medien. Dabei kommt häufig das Argument man müsse Befürworter und Gegner z.B. zum Klimawandel oder Impfen gleichberechtigt nebeneinander stellen und als Wertung dazu „das kann man halt so oder so sehen“.

Alles einfach gleichberechtigt nebeneinander zu stellen, würde zu False Balance führen. Ist z.B. hier diskutiert: „False Balance ist der größte Fehler der Journalisten“. Anschauliches Negativbeispiel sind manche Folgen des Polit-Talks „Talk im Hangar-7“.

Soziale Medien ermöglichen zwar einen freien Informationsaustausch, es wäre aber ein fatales Missverständnis anzunehmen soziale Medien seien grundsätzlich demokratische Infrastruktur. Sie sind voller Selbstinszenierung und häufig von Algorithmen gesteuert welche Beiträge entsprechend der vom Algorithmus angenommen eigenen Meinung (auch meiner) filtern. Sie können, wurden und werden zu Propaganda und Manipulation missbraucht, wie wir prominent am Skandal um Facebook/Cambridge-Analytica gesehen haben. Das Filtern folgt gerade der Aufmersamkeitsökonomie, was wir an den öffentlichen Medien zu Recht kritisieren. Es führt gerade in den häufig für ihre Authenzität gelobten Social-Media-Gruppen genau zu der Einseitigkeit die von deren Fürsprechern an öffentlichen Medien kritisiert wird – im Unterschied zu den kritisierten Medien aber völlig intransparent und ohne professionelle redaktionelle Bearbeitung.

Es gibt natürlich große Unterschiede in Qualität, Objektivität/Propaganda zwischen den unterschiedlichen öffentlichen Medien. Man vergleiche nur Fox und RT mit den deutschen Öffentlich-Rechtlichen.

Spickzettel für PINs (Excel)

Es ist schwierig sich seine ganzen unterschiedlichen PINs zu merken und manchmal wollen sie einem partout nicht einfallen (Stress, Müdigkeit, Krankheit, Karte lange nicht genutzt).

Die meisten müssen sich einige PINs merken: Man braucht ja mindestens 2 Banken und Karten von mindestens 2 Banken und 2 verschiedenen Anbietern (z.B. Mastercard und Visa), siehe Kontenmodell (für lange Auslandsaufenthalte).

Auch sollte man Notsituationen nicht unterschätzen: Ich musste mal mit hohem Fieber ins KH – da wusste ich vor dem Geldautomaten garnichts mehr und habe nach dem Abhebem sogar die Karte im Automaten stecken lassen.

Und seltene Nutzung sollte man nicht vergessen: Ich nutze z.B. meine Girocard manchmal ein ganzes Jahr nicht und auf einmal ist sie dann die einzige Zahlungsmöglichkeit. Auch nutze ich aus Bequemlichkeit meist Google Pay und damit fällt es mir schwerer mich an PINs zu erinnern, weil ich sie lange nicht nutzte.

Mit diesem Excel-Arbeitsblatt lassen sich 8 numerische PINs mit einem Codewort verschlüsselt aufschreiben und in Kreditkartenformat ausdrucken. Ja! Drucken, obwohl Drucker ja der natürliche Feind des Menschen sind 🙂 Damit das Merken auch ohne Handy funktioniert. Einfach mit Tesa-Streifen „laminieren“ und dabeihaben. Aber nicht zusammen mit den Kreditkarten im Geldbeutel, denn das könnte eine Bank als fahrlässig ansehen.

Im folgenden Beispiel sind mit dem Codewort „mogelfurz“ verschlüsselt die 4-stellige PIN 4221 zur Karte „r“ (Revolut) und eine 6-stellige Handy-PIN 745951″p“.

Spickzettel mit der PIN 4221 zur Karte „r“ (Revolut) verschlüsselt mit dem Codewort „mogelfurz“

PIN von Kreditkarten speichere ich nirgends elektronisch (auch nicht verschlüsselt z.B. in einem Passwortmanager) weil das den AGB widerspricht, siehe Vertragsbedingungen für Mastercard und Visa Karten. Diese darf insbesondere nicht auf der Karte vermerkt, bei einer digitalen Karte nicht in demselben mobilen Endgerät gespeichert werden oder in anderer Weise (z.B.* nicht als getarnte Telefonnummer*) zusammen mit der Karte oder deren Daten aufbewahrt werden.

So ein simples Arbeitsblatt kann sich natürlich jeder selber basteln. Dieses ist etwas komplizierter weil die Ziffern mit Zufallszahlen vorbesetzt werden um zu verhindern, dass Arbeitsblätter mit den selben Zahlen geteilt werden.

3. Entnahme-Strategien für den Ruhestand

Inhalt
Ruhestandseintritt
Rente oder Einmalzahlung
Entnahme-Strategien
Entnahme-Rate
Variable Entnahme
Höhere(!) Aktien-Quote im Alter (Glidepath)
Meine persönliche Finanzgestaltung

Ruhestandseintritt

Die Entscheidung für den eigenen Zeitpunkt des Eintritts in den Ruhestand hängt neben dem vorhandenen finanziellen Potential von vielen Faktoren ab wie familiäre Lebensumstände, Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz, erzwungener Arbeitsplatzverlust, Wünsche und Planungen für Aktivitäten und Lebensstiel im Ruhestand, Gesundheitszustand und Restlebenserwartung.

Finanz-Aspekte um den Ruhestand

Viele glauben in jungen Jahren gerne bis ins hohe Alter arbeiten zu wollen aber in der Realität gehen ältere Arbeitnehmer dann doch vorzeitig in den Ruhestand, weil sie mehr Lust auf Ruhestand als auf Arbeit haben oder aus gesundheitlichen Gründen und haben damit einen höheren Vorsorgebedarf als geplant.

Die eigene Restlebenserwartung wird leicht unterschätzt. Es empfiehlt sich zur Sicherheit von der höheren Restlebenserwartung mit 10%-Wahrscheinlichkeit auszugehen.

Man kann seinen eigene Restlebenserwartung besser abschätzen als es Versicherungen können. Letztere poolen zwar das Langlebigkeitsrisiko über alle Versicherten , aber sie kennen wesentliche persönliche Faktoren wie Gene, Schicksal (in welches Land und soziales Umfeld man hineingeboren wurde), Gesundheitszustand und Lebensumstände nicht, sondern müssen pauschalierte Annahmen treffen und dürfen keinen Unterschied zwischen (durchschnittlich länger lebenden) Frauen und Männern machen.

Ob man früher oder später als zum regulären Beginn der gesetzlichen Altersrente in Ruhestand geht will wohlüberlegt sein. Geht man früher gibt es Abschläge von 0,3%/Mon von der Regelrente. Geht man später gibt es Zuschläge von 0,5%/Mon.

Weil die Abschläge entgegen häufiger Fehlannahme lebenslang gelten haben diese eine beträchtliche Auswirkung auf den Wert der Rente, welcher vielen erst klar wird wenn sie sich den zum Ausgleich solcher Abschläge zu zahlenden Ausgleichsbetrag erstmals ausrechnen lassen. Beispiel: 55-jährige Muster-Arbeitnehmerin mit 50 000€ Jahresbruttoeinkommen. Sie kann ihre gesetzliche Rente um mehr als 200€/Mon erhöhen und gleich­zeitig rund 13 700 Euro Steuern sparen, wenn sie über drei Jahre verteilt freiwillig 44 916 Euro in die Rentenkasse einzahlt.

Zusätzlich wird die Rente geschmälert weil durch die kürzere Beitragszeit weniger Rentenpunkt erworben werden. Siehe Freiwillige Einzahlungen in die DRV (Steuervorteile) und meinen Renten-Barwertrechner.

Auch bei vorzeitiger Inanspruchnahme von Zahlungen aus betrieblicher (bAV) oder privater Altersvorsorge (pAV) kommt es zu Abschlägen und es gilt Mindestversicherungszeiten, Mindesteintrittsalter und eventuelle Steuernachteile zu beachten. Hier empfiehlt sich die Hinzuziehung eines Rentenberaters.

Bei vorzeitigem Ruhestand ist der Zeitraum bis zum Renteneintritt zu finanzieren. Dabei gilt es u.a. folgende Aspekte zu beachten: Rentenansprüche, Abfindungen, ALG I, vollständig Selbstzahler für KV Beiträge. Gute Informationen dazu finden sich im Forum Der Privatier und seinem Buch Per Abfindung in den Ruhestand(*)

Meine persönliche Entscheidung für vorzeitigen Ruhestand und vorgezogene Altersrente mit Abschlägen beruhte wesentlich auf meiner Lust möglichst viel durch die Welt zu reisen (Scheiß Corona!), langweiligen technologische Entwicklungen in meinem Arbeitsfeld Softwareentwicklung, Verschlechterung des Arbeitsklimas im SW-Haus in welchem in über 30J arbeitete und dass ich meine Arbeitswut schlecht zügeln kann (mit dem Ergebnis einer schlechten und ungesunden Work/Life-Balance).

Rente oder Einmalzahlung

Bei vielen bAV und pAV kann man zwischen Rente oder Einmalzahlung entscheiden. Zwei Drittel der Deutschen entscheiden sich für eine Kapitalauszahlung obwohl bei Beachtung des Langlebigkeitsrisikos eine Rente häufig die rational bessere Entscheidung wäre. Für Singles die ihr komplettes Kapital möglichst verzehren wollen ist eine lebenslange Rente oft die bessere Lösung. Reichen die bereits vorhandenen Renten (für die Grundbedürfnisse) aus kann es optimal sein einen Großteil als Einmalzahlung zu beziehen. Will man etwas vererben oder oder plant größere Ausgaben, z.B. für ein Wohnmobil, ist die Einmalzahlung vielleicht die bessere Lösung. Das Risiko mit einer Rente zu sterben bevor sich die Einzahlung gelohnt hat existiert übrigens nur wenn man vorhatte etwas zu vererben.

Steht ein größerer Betrag aus externem Zufluss (z.B. durch Schenkung oder Erbe) oder Einmalzahlung zum Investieren zur Verfügung dann steht man vor der Entscheidung: investieren am Markt oder verrenten. Zur Entscheidung spielen das Langlebigkeitsriskio, anstehende hohe Ausgaben und das Vererbungsmotiv eine wesentliche Rolle. Je größer der bestehende Rentenanspruch ist, desto geringer ist die Notwendigkeit das Langlebigkeitsrisiko durch weitere Renten abzusichern. Solange die Rentenansprüche die Grundbedürfnisse noch nicht absichern sind weitere Renten erwägenswert.

Als Kompromiss bietet sich eine hybride Lösung aus Sofortrente und Auszahlplan an: Statt z.B. 100T€ vollständig in einen Auszahlplan oder eine Sofortrente zu investieren den Betrag aufteilen: Im Alter von 60J z.B. 30T€ in eine lebenslange Rente ab dem 85. Lebensjahr einzahlen und die restlichen 70T€ in einen Auszahlplan mit 30J Laufzeit. Am einfachsten legt man die 70T€ in einem Multi-Asset-ETF wie dem Arero (60% Aktien, 25% Anleihen, 15% Rohstoffe) an oder mit einer konservativen Allokation von 30% Aktien und 70% Anleihen. Damit kann man je nach Marktentwicklung eine Rente von 200€ bis 330€/Mon erwarten. Die Höhe der einzelnen Entnahmen lässt sich an die Marktentwicklung anpassen.

Zum Verrenten eines Betrags sind freiwillige Einzahlungen in die DRV eine interessante Alternative weil sie fairer als private Rentenversicherungen ist, siehe Freiwillige Einzahlungen in die DRV (Steuervorteile).

Entnahme-Strategien

In der Entnahmephase muss man abhängig von der Höhe lebenslanger Renten und den geplanten Konsumausgaben sein Vermögen teilweise oder ganz verzehren. Dabei gilt es das Pleiterisiko und das Lebensstandardrisiko zu beachten.

Ein Pleiterisiko besteht wenn die Ausgaben die Einnahmen überschreiten, dieses kann insbesondere durch das Renditereihenfolgerisiko (Sequence-of-Return-Risk) entstehen, siehe 0. Grundlagen zur Finanzgestaltung für den Ruhestand. Ein Lebensstandardrisiko besteht wenn man seine Entnahmerate nicht auf einen bestimmten Betrag fixiert sondern an die Marktvolatilität anpasst.

Aus einem vom Sequence-of-Return-Risik (SRR) gerissenen Loch wieder herauszukommen ist übrigens komplexer als ich zuerst dachte, weil man u.a. nicht bloß die fehlende Rendite durch Rücklagen oder Verzicht ausgleichen muss, sondern auch die entgangene Entwicklung des Portfolios (evtl. durch Nachschießen), siehe ungefähr hier Myth #2: Flexibility has to last only as long as the downturn bei Early Retirement Now: The Safe Withdrawal Rate Series – A Guide for First-Time Readers.

Übrigens hat sich das Sequence-of-Return-Risk nicht erledigt wenn man die ersten ca. 10J seiner Entnahmephase rum hat. Früh in einem Entnahmezeitraum schlechte Renditen wirken sich weiterhin negativer aus als spätere. Durch den sich verkürzenden Entnahmezeitraum werden aber die Folgen immer kleiner. Damit bleibt das SRR auch 10J nach dem Ruhestandseintritt beim vorzeitigen Ruhestand (FIRE) mit einem Entnahmezeitraum von vielleicht 60J kritischer als bei einem „normalen“ Ruhestand mit vielleicht 30J. Siehe When Can We Stop Worrying about Sequence Risk?

Bei Renten kann man häufig entscheiden zwischen den Auszahlungsvarianten konstant, volldynamisch und teildynamisch. Die voll- und teildynamischen Varianten bieten einen gewissen Inflationsschutz, welchen ich aber nicht beurteilen kann.

Beim Gestalten eigener Finanz-Strategien kann es hilfreich sein sich problematischer (unbewusster) Verhaltensmechanismen für die Finanzgestaltung bewusst zu machen, siehe Verhaltens-Mechanismen von Anlegern (Behavorial Finance).

Entnahme-Betrag

Zur generellen Planung der Konsumausgaben siehe Ausgaben-Budget Heimat (Excel). Für die speziellen Aspekte von Langzeitreisen siehe Budget-Planung Reisen (Excel).

Die Konsumausgaben können ich mit zunehmendem Alter oder sich ändernden Lebensumständen verändern. Manche gehen davon aus im hohen Alter geringere Ausgaben zu haben. Das kann so sein, muss aber nicht für jeden so sein. Solche Anpassungen lassen sich in meinem Excel-Arbeitsblatt zur Finanzplanung in der Spalte „Reduzierung“ berücksichtigen.

Zur groben Berechnung der möglichen Entnahmen taugt die 4% Faustregel. Nach der 4%-Regel braucht man zur Finanzierung des Konsums im Ruhestand das 25-fache seiner jährlichen Ausgaben. Ich gehe bei solchen Schätzungen aber lieber von 3,5% aus.
Die 4 %-Regel: Wie viel Geld brauchst du, um nicht mehr arbeiten gehen zu müssen?
The Trinity Study And Portfolio Success Rates (Updated To 2018)
Vorsicht vor der 4% Regel

Für eine detaillierte Diskussion unterschiedlicher Szenarien siehe
4. Finanzierungs-Szenarien für den Ruhestand.

Variable Entnahme

Prof. Weber beschreibt drei Entnahmestrategien aus einem Aktien-Depot, siehe Die genial einfache Vermögensstrategie(*) Kap 9, oder wissenschafltlicher When saving is not enough–wealth decumulationin retirement, Von diesen ist mir risikobehaftete Anlage mit variabler aber gedeckelter Entnahme am sympatischsten.

  1. Sichere Anlage – konstante Entnahme.
    Also alles in Tagesgeld oder Anleihen nichts in Aktien.
    Mit dem Nachteil des Kaufkraftverlustes durch Inflation und Negativzinsen.
    Konstanter Lebensstandard (Konsum) möglich.
    Geringster Konsum der 3 Strategien, aber sehr sicher.
    Wenn gewünscht mit 100% Verzehr.
  2. Risikobehaftete Anlage – konstante Entnahme.
    Inflationsgeschützt.
    Konstanter Lebensstandard (Konsum) möglich, aber Pleiterisiko
    Wahrscheinlich bleibt am Ende ungenutztes Kapital übrig.
  3. Risikobehaftete Anlage – variable Entnahme.
    Inflationsgeschützt. Kein Pleiterisiko.
    Entnahmen werden an die Markteinwicklung angepasst, können also auch mal unter denen von Strategie 2 liegen.
    Variabler Lebensstandard (Konsum) nötig.
    Höchster erwartbarer Konsum der 3 Strategien, bei einer 60/40-Allokation ca. 50% höher als Strategie 2
    Wenn gewünscht mit 100% Verzehr.

Bei sicherer Anlage ist zu bedenken, dass sich bei 3% Inflation die Kaufkraft bereits in ca. 24J halbiert, siehe Rechner für die persönliche Inflationsrate. Um wenigstens die Inflation auszugleichen ist ein Aktienanteil von mindestens 30% nötig – damit wäre die Anlage aber nicht mehr völlig sicher.

Entscheidet man sich für risikobehaftete Anlage sollte man wenigstens 30% Aktien halten um wenigstens den Kaufkraftverlust durch die individuelle Inflationsrate und eventuelle Negativzinsen auszugleichen. Hat man ausreichend Sicherheit durch lebenslange Renten ist ein Aktienanteil von 60% auch im Ruhestand erwägenswert.

Die variable Entnahme berechnet sich so, dass das nach der jeweiligen Entnahme verbleibende Entsparvermögen am Ende der Entsparphase (angenommene Restlebenserwartung) aufgebraucht sein wird. Dabei kann man jährlich oder in größeren Zyklen entnehmen, z.B. alle 5J. Das verbleibende Vermögen bleibt während des gesamten Entsparzeitraums entsprechend der Strategie des Investmentportfolios angelegt. Will man etwas vererben kann man so rechnen dass dieser Betrag am Ende übrig bleibt.

Variable Entnahme (hier alle 5J)

Laut dem zu Webers Buch gehörenden Simulationsrechner auf Behavorial Finance lassen sich mit variabler Entnahme aus einem Portfolio mit derselben Anlagesumme 725T€ wie im Arero-Szenario (siehe 4. Finanzierungs-Szenarien für den Ruhestand) und ähnlicher Allokation (60% Aktien, 40% Anleihen, aber kein Rohstoffanteil) statt 2.000€/Mon durchschnittlich 2.900€/Mon entnehmen. Mit 5% Wahrscheinlichkeit nur 570€ aber im günstigsten Fall sogar 6.400€ (Konsumschwankung 64%).

Simulation von Entnahmen auf Behavorial Finance

Durch deckeln der variablen Entnahme auf einen Betrag welcher unter der entsprechend der Marktentwicklung möglichen Entnahmerate liegt lässt sich das Lebensstandardrisiko deutlich reduzieren.

Deckelt man im vorgenannten Beispiel die Entnahme auf max. 2.500€/Mon reduziert sich die Konsumschwankung auf 13% mit einer 5% Wahrscheinlichkeit nur 1.800€ entnehmen zu können.

Höhere(!) Aktien-Quote im Alter (Glidepath)

Wer mehr Rendite im Alter braucht (weil sonst die Einnahmen den gewünschten Konsum nicht decken) oder einfach nur mehr Rendite wünscht kann die Aktienquote in Alter erhöhen aber vor dem Ruhestand reduzieren.

Auf Early Retirement Now (ERN) gibt es zu sicheren Entnahmeraten die sehr umfangreiche und detailliert Artikelserie The Safe Withdrawal Rate Series. Viele Artikel sind besonders interessant für geplant lange Entnahmezeiträume von ca. 60J beim vorzeitigen Ruhestand (FIRE).

Laut ERN liefert Michael Kitces Glidepath Methode das beste Rendite/Risiko/Aufwand Ergebnis. Infos zu Glidepath:
– Kitces The Portfolio Size Effect And Using A Bond Tent To Navigate The Retirement Danger Zone
– Kitces Should Equity Exposure Decrease In Retirement, Or Is A Rising Equity Glidepath Actually Better?
– Wissenschaftliche Darstellung von Pfau, Kitces Reducing Retirement Risk with a Rising Equity Glide-Path.

Mit Glidepath reduziert man über einen Zeitraum von ca. 10J vor dem Ruhestandseintritt den Aktienanteil auf z.B. 30% (um das Sequence-of-Return-Risiko zu Beginn der Ruhestandsphase zu dämpfen) und erhöht den Aktienanteil während des Ruhestands wieder auf z.B. 80%.

Glidepath nach Michael Kitces

Meine persönliche Finanzgestaltung

Ich selbst habe meine Finanzen für den Ruhestand so gestaltet, dass meine Grundbedürfnisse durch lebenslange, halbwegs inflationsangepasste Renten komfortabel abgedeckt sind, siehe safety-first Ansatz in 3. Entnahme-Strategien für den Ruhestand. Dazu war es nötig, zusätzlich zu meinen erarbeiteten Rentenanwartschaften, freiwillig etwas in die DRV einzuzahlen und bei einer meiner bAVs die Auszahlung als Rente zu wählen.  In meinem Fall lohnten sich die Einzahlungen in die DRV auch steuerlich: Je 10T€ Einzahlung ergaben sich ca. 3T€ Steuervorteil.

Safety-First Strategie

Meine „Strategie“ hat sich eher zufällig so ergeben, weil ich 38J in Angestelltenverhältnissen arbeitete und mich in jüngeren Jahren nicht motivieren konnte was über Finanzen und Investieren zu lernen – es hat mich einfach nicht interessiert – Finanzen sollten dringend ein Schulfach sein! Ich würde mich jedoch mit heutigem Wissen auch bewusst für den Safety-First-Ansatz entscheiden – aber auch von Anfang an ordentlich in Aktien investieren.

Ich plane mein Vermögen möglichst komplett zu verzehren, weil ich niemanden zum vererben habe und auch keine philanthropische Ader.

Risikobehaftete Anlagen wie Aktien sind für mich eher zur Diversifikation für mehr Sicherheit interessant, weil sonst mein ganzes Einkommen und Vermögen (Renten, Cash, Bankeinlagen, Immobilie) ein Klumpenrisiko darstellt da es komplett in Deutschland/Europa/Euro steckt – bin übrigens kein Euroskeptiker! Mögliche Renditen sind für mich nachrangig.

In Anlehnung an Strategie 3 Risikobehaftete Anlage – variable Entnahme in Webers Buch Die genial einfache Vermögensstrategie(*) entnehme ich alle 5J (vielleicht ändere ich das auf jährlich) einen an die Marktentwicklung angepassten Betrag – so gerechnet, dass am Ende meiner Restlebenserwartung kein Kapital im Depot übrig bleibt.

Ein besonderer Aspekt bei mir ist, dass ich freiwillig in der GKV bin, siehe Älter als 55J von PKV in GKV wechseln. Das hat den Nachteil, dass ich fast 20% KV/PV-Beitrag auf alle Kapitalerträge wie Mieteinnahmen und Erträge aus Investments zahlen muss – jedoch nicht auf Entnahmen vom Cash-Anteil.

Sollte ich in Zukunft einen größeren Zufluss an Mitteln haben (Erbschaft, Immobilien-Verkauf) kann ich mir vorstellen, den größten Teil davon in den nachhaltigen Arero stecken. Haupt Beweggründe dafür sind die Einfachheit, mich wenig damit beschäftigen zu müssen und dass ich leider schon mit 63J merke wie ich immer schusseliger werde.

Dengue-Fieber mit Bakterien bekämpfbar

In vielen meiner Reiseländer gibt es die Dengue-Plage und Dengue breitet sich weltweit aus. Es gibt keine empfohlene Impfung und nur symptomatisch wirkende Medikamente, sieh Medikamente, Reiseapotheke. Die übertragenden Moskitos stechen auch tagsüber.

Nun gibt es einen gute Nachricht: ‚Miraculous‘ mosquito hack cuts dengue by 77%
In Yogyakarta, Indonesien ist es gelungen durch Infizieren von Misquitos mit einem Bakterium welches dem Dengue-Virus den Platz raubt die Infektionsrate mit Dengue um 77% zu reduzieren.

Crisis of confidence: How Europeans see their place in the world (ECFR)

9. Juni 21, Bericht in DLF Europa Heute .

ECFR: Crisis of confidence: How Europeans see their place in the world

  • Public faith in EU institutions has declined due to their handling of the covid-19 pandemic and vaccine procurement.
  • This effect is strongest in Germany: disappointment with the EU has now spread from the periphery to the centre.
  • However, the European project is not doomed, as citizens still believe in the need for greater cooperation – particularly in strengthening the EU as a global actor.
  • Europeans see the world as being made up of strategic partnerships, with no automatic alliances.
  • They are sceptical about the restoration of America’s leadership and feel that there can be no return to the West of the cold war era.
  • They acknowledge the centrality of the EU in their future, but their sense of shared vulnerability will not be enough to move the European project forward. The EU should demonstrate its capacity to deliver.

Hotel & Condo-Preisvergleich (Excel)

[Artikel in Arbeit]

Effektive Hotelpreise sind schlecht zu vergleichen, weil Hotels und Buchungsportale Preise unterschiedlich angeben: verschiedene Währungen je Anbieter, wechselnde Währungen im Buchungsablauf, Gebühren und Zuschläge im Tagespreis enthalten oder als Zuschläge in Prozent oder zusätzliche Zuschläge je Buchungsschritt oder erst im Gesamtpreis nachdem man seine persönlichen Infos eingegeben hat. Siehe Wichtige Hotelraten und Hinweise zum Hotelzimmerpreis.

Ich bastle gerade an folgendem Excel-Arbeitsblatt um Hotelpreise leicht vergleichbar zu machen. Für jeden Betrag ist die Währung wählbar. Die Wechselkurse kommen über den Excel-Datentyp „Stocks“ und sind für diese Anwendung aktuelle genug. Die Währung bei „Total price for Stay“ F39 bestimmt die Basiswährung in welcher gerechnet wird.

Hotel-Preisvergleich Agoda vs. Hilton-Website vs. Trivago

Dein Beitrag zur Entwicklung weiterer Arbeitsblätter und Apps:

Vorsicht! Experimentelle Version.

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