Siehe auch Vorsorge für Notfälle.

Mit der Sicherheit hatte ich in 40+J reisen nie wirkliche Probleme – doch einmal! vor 38J hat mir jemand am helllichten Tag in einem Jeepney in Manila die Jeans aufgeschnitten um an meinen Geldbeutel zu kommen – hat aber nicht geklappt weil ich zu früh ausstieg. Seither habe ich ein Gefühl für solche Situationen. Im Gegenteil habe ich viel Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft erlebt: Mein Kindle(*) lag noch Stunden nach dem Liegelassen auf dem Tisch in Freiluftrestaurant in Thailand, bin darauf hingewiesen worden, dass meine Kreditkarte noch im Automaten steckt, …

Ich meide unsichere Gegenden, gehe Drogen und Betrunkenen unauffällig aus dem Weg und halte mich generell aus Ärger raus. Wenn ich Streit auch nur kommen sehe dann verschwinde ich sofort unauffällig. In D habe ich dann schon mehrfach die Polizei gerufen, im Ausland noch nie.


Die 5 Ringe der Sicherheit: Mit Risiken und Gefahren souverän umgehen – im Alltag und auf Reisen

Ich habe nur wenig Bargeld im Geldbeutel. Habe einen kleinen, dünnen Geldbeutel für nur Scheine und Karten. Bis auf ein paar hundert Euro für Notfälle nehme ich kein Bargeld zum wechseln mit sondern hebe lokale Währung mit meinen von Geldautomaten ab, siehe Kontenmodell für lange Auslandsaufenthalte.

Auf dem Handy kann man Notfallinfos ausfüllen welche ohne Anmelden angesehen werden können, z.B. von Nothelfern.. Den Umfang dieser Infos muss man gegen den Datenschutz abwägen. Bei Android lässt sich angeben:

  • Emergency Infos die permanent auf dem Lock-Screen angezeigt werden.
    Speicherbar unter “About Phone”.
  • Auswählte Notfall-Kontakte die ohne Entsperren des Handys angerufen werden können.
    Abrufbar via “Emergency Call“.
  • Medizinische Infos, wie (Vor)Erkrankungen, Blutgruppe, Allergien, Medikamentierung, Implantate, Herzschrittmacher, Schwangerschaft.
    Hier lassen sich auch Infos über zu versorgende Personen oder Haustiere hinterlegen.
    Abrufbar via “Emergency Call | View Emergency Information”.
  • Und man kann den Emergency Location Service aktivieren.
    Damit werden bei Notrufen automatisch die genauesten GPS Daten übermittelt – wird nicht in allen Ländern unterstützt.

Für Android gibt es darüber hinaus eine Google App Personal Safety. Damit lässt sich u.a. eine Zeitspanne festlegen nach deren Ablauf automatisch die Notfallkontakte informiert werden wenn man nicht vorher bestätigt sicher zu sein (Totmanneinrichtung). In manchen Ländern wird kann auch die ein automatischer Notruf ausgelöst werden wenn die Sensoren des Handy einen Unfall vermuten.

Auf Windows kann man sich ein Hintergrund-Bild mit Notfall-Infos für den Lock-Screen erstellen.

Um ein verlegtes Handy oder ein Notebook aufzuspüren kann man die Funktion Find my Device aktivieren. Damit kann man den aktuellen Ort des Gerätes anzeigen, das Gerät klingeln lassen und sogar seine Daten auf dem Gerät aus der Ferne löschen.
Android fomd my Device
Apple find it all
Windows find my Device

In den Geldbeutel gehört:

  • wenig Bargeld
  • 1 Kreditkarte
    Möglichst eine welche man nicht zu Abheben am ATM braucht.
    Vielleicht noch 2 abgelaufene – damit Diebe schnell zufrieden abziehen (die werden vielleicht nicht erst das Ablaufdatum prüfen).
    Mancher hat sogar einen Raub-Geldbeutel dabei, das hielt ich an meinen bisherigen Reiseorten für übertrieben.
  • Deutscher Personalausweis
    Wird oft anstelle vom Reisepass akzeptiert (den man ja nicht so gerne mit schleppt oder hergeben will)
  • Kopie Reisepass 1. Seite und Seite mit Visum(!)
  • Visitenkarte des Hotels.
    Möglichst mit Adresse in Landessprache.
    Ich habe immer auch noch zusätzlich eine in der Hose oder im Tagesrucksack.
  • Eigene Visitenkarten.
    Für das Kontaktnetzwerk.
    Ich lasse meine immer von Vistaprint machen. Deren Editor und Druckservice funktionieren prima. Aber Vorsicht! die versuchen einem im Zahlvorgang durch vorsätzlich verwirrende Angebote weiteres unterzuschieben und verlangen am Ende unverschämt hohe Versandkosten.
  • KV-Versicherungskärtchen.
    Gibt’s auch bei manchen AuslandsKV – Ich hatte z.B. eine Real-Time Notfallkarte der Allianz zurAuslandsReiseKV von STA.
  • Führerschein
  • Organspenderausweis
  • Kontakt Tel-Nummern von Vertrauenspersonen für Notfall
    Zusätzlich zu auf dem Handy gespeicherten Infos.
  • Kontakt Tel-Nummern für Hilfe im Reiseland
    Zusätzlich zu auf dem Handy gespeicherten Infos.
  • Ggf. Medizinische Infos, wie (Vor)Erkrankungen, Blutgruppe, Allergien, Medikamentierung, Implantate, Herzschrittmacher, Schwangerschaft.
  • Ggf. Infos über zu versorgende Personen oder Haustiere.
  • Ich habe auch immer einen Mini-Kugelschreiber drin.

Meist gibt es eine übersichtliche Liste wichtiger Telefonnummern des Reiselandes, hier z.B. für Thailand.

Zum Merken der ganzen unterschiedlichen PINs hilft folgender Spickzettel:

Spickzettel mit der PIN 4221 verschlüsselt mit dem Codewort „mogelfurz“

Es ist generell eine gute Idee möglichst unauffällig zu sein – bzgl. Kleidung, Schmuck Benehmen, Aussehen von Fahrzeugen und Immobilien. Sonst fällt lokalen Haien in Zusammenarbeit mit korrupter Polizei und anderen Behörden schon was ein um einen zu melken. Im Ausland herrscht häufig Willkür und nicht die oft kritisierte deutsche Bürokratie. Bürokratie gehört nicht generell abgeschafft denn sie ist nötig für Rechtssicherheit und Gerechtigkeit. Sie gehört optimiert und digitalisiert und natürlich sollten manche Auswüchse abgeschafft oder vereinfacht werden.

Meinen Reisepass lasse ich normalerweise im Safe des Hotels oder Apartments und habe nur eine Kopie im Geldbeutel – inklusive der Seite mit dem Visum. Geht das nicht habe ich den Reisepass in einer kleinen, versteckten Gürteltasche in der ich sowieso immer etwas Bargeld und eine Kreditkarte für Notfälle dabei habe. Der aktuelle Deutsche Reisepass ist so klein und biegsam dass er kein bisschen stört.

Trotzdem ein paar Sicherheitshinweise:

Bin von Koffern mit Reißverschlüssen abgekommen nachdem ich gesehen habe, dass diese sich nicht nur mit einem Kugelschreiber leicht öffnen lassen sondern auch zerstörungsfrei wieder verschliessen – man bemerkt also nicht dass sich jemand am Inhalt zu schaffen gemacht hat. Siehe Gutes Gepäck
Natürlich bieten Verschlüsse und Schlösser (ob nun TSA oder Reiseschlösser mit Schlüssel oder Zahlen) nur etwas Sicherheit gegen Gelegenheitskriminelle.

In einigen Hotels sind die kleinen Zimmer-Safes nicht mit der Wand verschraubt, sondern nur mit einem Regalbrett oder gar nicht. Verschafft sich jemand Zugang zum Zimmer kann er den Safe leicht in einen Koffer packen unbemerkt aus dem Hotel schaffen.

Bei manchen Safes wurde der Factory Code z.B. 00000 oder 99999 nicht geändert. Manche Typen von Zimmer-Safes lassen sich mit einfachen Tricks in Sekunden öffnen.

Zu Safes in Condos und Hotels hat immer jemand einen Zweitschlüssel – was für mich bereits mehrmals hilfreich war, als ich mit ausgesperrt hatte. Diese Safes sind also nur so sicher wie die Leute mit dem Zweitschlüssel.

Wenn man Sicherheitseinrichtungen (Safes, Schlösser, Alarmanlagen) einbauen lässt besteht immer die Gefahr, dass Infos dazu an Kriminelle weitergeleitet werden – von Mitarbeitern des Geschäftes oder des Handwerkers der einbaute oder sogar des Versicherers. Das phantasiere ich mir nicht zusammen – so arbeiten Profieinbrecher. Auch kann man z.B. beim Transportieren eines Safes beobachtet werden.

Vor professionellen Einbrechern gibt es keine sicheren Verstecke – die kennen alle “guten” Verstecke, z.B. unter der Wäsche, unter der Matratze in Dosen in der Küche.

Einem professionellen Taschendieben ist niemand gewachsen. Wenn ein guter Taschendieb etwas stehlen will dann wird er das unbemerkt tun. Es bleibt nur möglichst wenig Wertvolles (Geld, Kreditkarten, Schmuck, Elektronik oder Wichtiges (Ausweise) dabei zu haben – sonst ist es halt irgendwann mal weg.

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