Gute Infos zum Melderecht für EU-Bürger in Europa finden sich in Your Europe, z.B. Aufenthaltsrechte von Rentnern.

Für eine Auswanderung ist es nicht notwendig, auch gleich seine Staatsbürgerschaft aufzugeben. Nimmt man eine andere Staatsangehörigkeit an, kann man eine Beibehaltungsgenehmigung beantragen, um die deutsche weiter zu behalten.

Zum Aufgeben der deutschen Staatsangehörigkeit habe ich nicht weiter recherchiert. Warum auch sollte man freiwillig einen der besten Pässe der Welt aufgeben!? Auch zum Aufnehmen weiterer Staatsbürgerschaften (die kann sogar mittels Investitionen kaufen) habe ich nicht recherchiert. Hier ein paar Infos:
International Tax Competitiveness Index
Index of Economic Freedom
Statistiken zu den mächtigsten Staaten der Welt
“Rich” Passports Are Different Than “Poor” Passports
Weitere Infos und Ansichten dazu (die ich weitgehend nicht teile) finden sich hier:
– https://www.staatenlos.ch
– https://goodbyematrix.com
– https://nomadcapitalist.com

Mit der Abmeldung aus D gibt man viele seiner Rechte und Pflichten als deutscher Staatsbürger auf. Das hat Vorteile und Nachteile, die jeder für sich selbst gut abwägen sollte. Mini-Guide Abmeldung aus Deutschland

Mit Abmeldung aus D verliert man die Wahlberechtigung bei Landtags- und Kommunalwahlen. Weil man nicht mehr automatisch ins Wählerverzeichnis für die Bundestagswahl eingetragen ist, muss man für jede Wahl einen Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis für im Ausland lebende Deutsche stellen, um per Briefwahl wählen zu können. Dieser Antrag muss spätestens 3 Wo vor der Wahl bei der zuständigen Gemeinde in Deutschland eingehen.

Beim Abmelden sollte man sich gleich eine Abmeldebescheinigung geben lassen. Scheinbar muss man diese selbst bei Online-Beantragung persönlich abholen.

Wer ins Ausland umzieht kann bei der Abmeldung bei der Meldebehörde seine Anschrift im Ausland hinterlassen. Die Auslandsanschrift wird im Melderegister gespeichert. In diesem Fall können Verwaltungsorgane diese Adresse nutzen, z.B. für Wahlbenachrichtigungen, Steuerbescheide.

Wohnung im Sinne des Meldegesetzes ist jeder umschlossene Raum, der zum Wohnen oder Schlafen benutzt wird. Wohnwagen und Wohnschiffe sind nur dann als Wohnungen anzusehen, wenn sie nicht oder nur gelegentlich fortbewegt werden. Folgende zusätzliche Bedingungen werden häufig genannt: Mindestgröße 23 qm und “Die Wohnung muss nur ausreichend groß sein und mindestens Schlafgelegenheit, Bad und eine Kochnische haben” (Letztere Bedingung finde ich aber nicht im Meldegesetz).

Wenn man eine Wohnungen angemietet hat oder besitzt und darin theoretisch Wohnen oder Schlafen kann, muss man diese als Hauptwohnsitz oder als Nebenwohnsitze melden. Eine kürzer als 6Mon (unter)vermietete Wohnung kann ein Wohnsitz sein, eine länger vermietete nicht. Sich um diese Meldepflicht zu drücken, ist illegal und kann strafrechtlich unangenehme Folgen nach sich ziehen.

Man kann gleichzeitig mehrere Wohnungen und mehrere Wohnsitze im Inland und Ausland haben.

Wer aus seiner Wohnung in D auszieht und sich in keiner neuen in D anmeldet muss sich innerhalb von 2 Wo bei der Meldebehörde abmelden. Zieht man ins Ausland hat aber weiterhin eine Wohnung in D, welche einem jederzeit zur Verfügung steht, dann muss man sich nicht abmelden.

Wieder anmelden muss man sich bei einem Heimatbesuch erst wenn dieser länger als 3 Mon andauert. Wenn man seine eigene Wohnung langfristig wieder bezieht oder permanent nach Deutschland zurückkehrt, gilt eine 2-Wo-Frist.

Die Meldeadresse nutzen Verwaltungsorgane (Finanzamt, Polizei, Gerichte) um behördliche Briefe zuzustellen.

Eine ladungsfähige Anschrift ist eine Postanschrift für Privatpersonen oder Unternehmen, unter der diese tatsächlich anzutreffen sind und unter der ein Zustellungsbevollmächtigter Post entgegennehmen kann. Braucht man als Unternehmen und im Impressum von Websites

Briefe an die Meldeadresse oder ladungsfähige Anschrift können als zugestellt gelten – damit können Fristen für Zahlungen, Vorladungen, Steuerbescheide, … ausgelöst werden. Sich (im Ausland) schlecht erreichbar zu machen scheint mir keine gute Idee, so kann bei Unerreichbarkeit z.B. das FA Steuerbescheide öffentlich bekannt machen, womit die Steuern sofort fällig sind.

Eine Postanschrift ist weniger offiziell. Hier könnte man Banken, Versicherungen, Mobilfunkanbietern, … die Adresse von Eltern oder Freuden angeben.

Es gibt  digitale Briefkästen wie Dropscan, Caya oder Clevver.io. Mit Dropscan(*) bin ich sehr zufrieden. Man kann dort sogar ganze Ordner mit Papierdokumenten digitalisieren lassen. Auch Einschreiben werden angenommen. Die Dropscan-Anschrift ist keine ladungsfähige Anschrift. Dropscan nimmt keine Warensendungen und scannt keine PIN für Konten oder Kreditkarten.  Details siehe Digitaler Briefkasten.

Manche Coworking Spaces bieten Postfächer oder Sekretariatsservices.

An der Geschäftsdresse ist die Betriebsstätte eines Gewerbes eingetragen.
Man kann ein Gewerbe in D weiterführen, auch wenn man aus D abgemeldet ist, solange man eine Geschäftsadresse hat.

Links

Mini-Guide Abmeldung aus Deutschland

Der Mythos der Wohnsitzlosigkeit: 7 Vorteile eines dauerhaften Aufenthaltes